Allgemein · Gedanken · Glücklicher werden

Weshalb dich Perfektionismus unglücklich macht

Stell dir vor, du bist ein Jongleur. Insgesamt schweben einige Bälle durch die Luft. Jede Beziehung zu einer anderen Person ist ein Ball, jede Form von Arbeit ist ein Ball. Eigentlich hast du nie Probleme damit gehabt, sie alle hochzuwerfen. Doch natürlich kommen die Bälle auch wieder herunter. Dann musst du sie erneut anstupsen, um das Bedürfnis des Balles zufriedenzustellen. Doch auf einmal schaust du dich um und siehst, dass es Leute gibt, die ihren Ball über eine bestimmte Höhe werfen. Ihre Bälle fliegen eleganter und höher durch die Luft. sofort bist du Feuer und Flamme und willst das auch haben. Anfangs fliegen sie leicht durch die Luft und du bist glücklich, sie endlich so hoch geworfen zu haben, wie es geht. Doch nach einiger Zeit wirst du müde. Manchen Bällen musst du hinterherrennen, da sie an einem Punkt fern von dir landen. Eigentlich kannst du nicht mehr, doch du willst die Bälle unbedingt nach ganz oben feuern. Nach und nach fallen einige Bälle zu Boden. Diese sind mit Dingen wie „Zeit für mich“, und „entspannen“ beschriftet. Doch anstatt zu merken, dass du einige Bälle akut vernachlässigst, machst du weiter. Immer höher, immer besser.

 

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So funktionieren unsere Leben heutzutage leider oft. Wir wollen alles so gut machen, wie nur möglich. Und besser. Doch dabei kommt alles aus dem Gleichgewicht. Auf einmal machen wir nur noch Sport oder sind bis abends um 22 Uhr bei der Arbeit. Unser Motto: Alles oder nichts! Doch ist das wirklich gut? Macht es uns glücklich? Bringt es uns irgendwie weiter? Die Antwort kennt jeder- nein. Und trotzdem machen wir es. Gewissermaßen ist es schon ein Trend der heutigen Zeit, PERFEKTIONIST zu sein. Wenn wir dieses Wort hören, kommen bei den meisten sofort positive Gefühle auf. Unser Gehirn scheint Perfektionismus mit etwas Produktiven und somit Guten zu verknüpfen.

Ich glaube, dass nicht alle, die sich als Perfektionist kennen, wirklich Perfektionisten sind. Denn andauernd werden wir mit diesen positiven Gefühlen zum Thema Perfektionismus konfrontiert. Zusätzlich wird uns fast schon eingeflößt, dass man immer alles geben muss. Mit der Zeit, so erkläre ich es mir, möchten auch wir zu den vermeintlich Perfekten gehören. Diejenigen, die auch mal besser als andere sind- wenn auch nur in einem einzigen Bereich. Und da gilt dann mehr geben, immer mehr.

Doch wenn dieser Perfektionismus gar nicht unbedingt zu uns gehört, können wir ihn doch auch wieder ablegen, oder?

Zuerst einmal hilft es bestimmt, sich klar zu machen, dass es perfekt gar nicht gibt- das kann einmal positiv und einmal negativ formuliert werden: im Grunde ist alles perfekt, so wie es ist oder Nichts ist perfekt, weil man immer etwas verbessern kann! Beide Sätze stimmen irgendwie und beide Sätze machen einem klar, dass es gar nichts bringt, an einem Strich stundenlang herumzumeckern. Auch die Frage, was einem wirklich wichtig im Leben ist, kann helfen. Dadurch erkennt man nämlich, dass man seine ganze Kraft gar nicht alleine in diese eine Aufgabe stecken will. Denn es gibt zusätzlich noch so viele wunderschöne Dinge, in die man ebenfalls Kraft investieren möchte! Und wenn die Antwort auf diese Frage nur Sport ist, ist hartes Training auch okay. Dann hat man für sich entschieden, wo die Priorität liegt und dass man wirklich all diese Kraft in die Aufgabe stecken möchte. Denn wenn man das überlegt tut, ist es großartig, alles zu geben!

Grundsätzlich sollten wir uns nicht mehr mit anderen vergleichen, sondern einfach das tun, was uns glücklich macht und wofür wir unsere Kraft nutzen wollen. Es geht nicht darum, immer besser als jemand zu sein, denn das Leben ist kein Wettbewerb und tatsächlich interessiert es keinen, ob du mehr Sport als Karin machst oder ob du schneller einen Job gefunden hast als Thomas. Das interessiert bisher nur dich und wenn du dich von diesem Vergleichen losmachst interessiert es niemanden mehr! Wir wollen doch alle leben! Glücklich sein, spontane Treffen veranstalten, lachen, genießen. Und für all diese Dinge brauchen wir Kraft- die uns der Perfektionismus unnötig rauben möchte! Wir alle sollten genau so viel geben, wie wir wollen und können! Denn das ist dann wirklich perfekt!

 

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